Prof. Schmidt Nasendusche
Viele Menschen spülen ihre Nase
routinemäßig täglich zusammen mit dem Zähneputzen, andere hingegen nur
bei Beschwerden oder während der kalten Jahreszeit, wenn Erkältungen
drohen, oder zur Vorbeugung von Beschwerden in der Heuschnupfenzeit. Bei
täglicher Anwendung spült man am besten die Nase morgens und abends je
einmal (z. B. vor oder nach dem Zähneputzen).
- Die Nase soll immer nur mit einer sauberen Nasenspülkanne
und frisch angesetzter Spüllösung gespült werden
- Reinigen Sie deswegen Nasenspülkanne und Messlöffel vor und
nach der Anwendung mit warmem Wasser
- Geben Sie einen mit Kochsalz
(Speisesalz) gestrichen gefüllten Messlöffel in die
Nasenspülkanne.
- Lassen Sie warmes Leitungswasser
etwa eine halbe bis eine Minute lang laufen und füllen Sie die
Kanne dann unter Umrühren bis zur oberen Markierungslinie (I)
mit lauwarmem Wasser
- Nehmen Sie die Kanne in die rechte Hand, setzen Sie die
Tülle an das rechte Nasenloch an
- Atmen Sie ab jetzt nur durch den weit geöffneten Mund
- Drehen Sie in aufrechter Haltung den Kopf nach rechts, dass
das Kinn zur rechten Schulter zeigt, und beugen Sie sich dann
nach vorn über ein Waschbecken
- Heben Sie die Nasenspülkanne ein wenig an. Jetzt fließt die
Salzlösung zum rechten Nasenloch hinein und zum linken wieder
heraus, weil oben in der Nase eine offene Verbindung zwischen
rechter und linker Nasenseite besteht.
- Lassen Sie etwa die Hälfte der Salzlösung so durch die Nase
fließen und schnäuzen Sie die Nase anschließend sanft aus
- Wiederholen Sie den ganzen Vorgang von der anderen Seite
- Trocknen Sie Kanne und Messlöffel nach der Anwendung und
bewahren Sie beide trocken auf
- Desinfizieren Sie Kanne und Löffel von Zeit zu Zeit mit
kochendem Wasser
- Verwenden Sie keine anderen Flüssigkeiten als die
angegebenen Salzlösungen in geeigneter Konzentration für
Nasenspülungen
Wann sollte die Nase nicht gespült werden?
- Bei Entzündungen am Naseneingang
- Bei Verletzungen im Naseninneren
- Bei starkem Nasenbluten und unmittelbar danach
Anwendung
der Nasenspülung in einer Kinderarztpraxis
Brief von Kinderarzt Dr. med. Rolf E. Ullner an Prof. Schmidt
D-84405 Dorfen, April 2004Vielen Dank für Ihren Aufsatz über Nase spülen mit
isotoner Kochsalzlösung.
Eher skeptisch habe ich den Versuch gewagt und kann Ihre
hervorragenden Ergebnisse nur bestätigen. Für die breite Anwendung kommt
uns Pädiatern eine Pionierfunktion zu, da bei sehr vielen Patienten ein
Vorurteil besteht, dass die Spülung unangenehm sein könnte. Deshalb
führen meine lieben Helferinnen das Spülen zur großen Freude von Müttern
und Kindern selber vor und leiten sie dann bei der Benutzung der
erworbenen Kanne an.
Ich haben einen kleinen Vorrat, den ich zum Selbstkostenpreis
weitergebe.
Meistens holen sich die übrigen Familienmitglieder auch ihre eigene
Spülkanne nach dem diskreten Hinweis, dass jedes Familienmitglied sicher
auch eine eigene Zahnbürste besitze.
Besonders erfolgreich ist das Spülen bei unseren 3-6jährigen Kindern,
die jetzt kaum noch neue Kindergarteninfekte nach Hause bringen.
Die Nasenspülung mit Salzwasser aus historischer und persönlicher Sicht
Von der Anwendererfahrung zur wissenschaftlichen Prüfung
von Prof. Dr. Thomas SchmidtPersönliche Erfahrungen
Zu Beginn des Medizinstudiums lernte ich Anfang der sechziger Jahre durch mein
Interesse an Yoga auch die Nasenspülung kennen und experimentierte damit. Schon
damals nahm ich mir vor, Yogatechniken mit modernen wissenschaftlichen Methoden
zu untersuchen. Die erste indische Netikanne, mit der ich die Nasenspülung
ausprobierte, war aus Metall gefertigt und hatte eine sehr viel längere Tülle
als heute üblich. Dadurch baute sie einen besonders starken Spüldruck auf.
In meinem Beruf als Arzt und Hochschullehrer wurde ich mit wissenschaftlicher
Forschung vertraut. Ab 1979 konnte ich Yoga unter persönlicher Anleitung bei
Swami Janakananda und den Lehrern der Skandinavischen Yoga und Meditationsschule
erlernen. Dort habe ich JALA NETI noch einmal auf authentische Weise kennen und
schätzen gelernt. Über viele Jahre hinweg haben wir im Familien- und
Freundeskreis die positiven Wirkungen der täglichen Nasenspülung „am eignen
Leib“ erfahren. Die vielen Erkältungen, Hals- und Mandelentzündungen, die unsere
kleinen Kinder aus Kindergarten und Schule mitbrachten, verringerten sich
drastisch. Diese Erfahrungen waren Einzelfallbeobachtungen. Ein mit modernen
statistischen Methoden erbrachter Wirkungsnachweis fehlte. Deswegen suchte ich
nach Gelegenheit, die Wirksamkeit der Nasenspülung mit heute üblichen
wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen. |