DARMKREBS - Die unheimliche Krankheit

Darmkrebsfrüherkennung rettet Leben -Information und Hilfe
 

 

Darmkrebs - Die heimliche Killer

Sie sind über 50 und fühlen sich eigentlich noch fit und gesund - Der Schein könnte trügen. Im verursacht Frühstadium Darmkrebs meistens keine Beschwerden und genau das macht ihn so gefährlich. Sicher fühlen können Sie sich nur, wenn Sie Gewissheit durch ein Vorsorgeuntersuchung schaffen.

Fast 60.000 Menschen werden jedes Jahr in Deutschland mit der Diagnose Darmkrebs konfrontiert. Darmkrebs zählt neben Lungen- und Brustkrebs zu den drei häufigsten bösartigen Tumoren und zu den häufigsten Todesursachen. Mehr als die Hälfte der Betroffenen, das sind rund 30.000 Menschen, sterben jährlich an Darmkrebs. Das müsste nicht sein, denn keiner anderen Krebsart kann so erfolgreich vorgebeugt werden. Früh genug entdeckt können 9 von 10 Fällen geheilt werden. Deshalb ist Früherkennung so wichtig!

 

Krebserkrankungen des Dick - und Mastdarms 

Darmkrebs gehört zu den häufigsten bösartigen Tumoren in der Schweiz und wird in der Fachsprache kolorektales Karzinom genannt. Wenn man von Darmkrebs spricht , so ist damit fast immer eine Krebserkrankung des Dickdarms (Kolonkarzinom) oder des Mastdarms (Rektumkarzinom) gemeint. Krebserkrankungen des Dünndarms kommen extrem selten vor, haben andere Ursachen als das kolorektale Karzinom und werden auch anders therapiert.

Häufigkeit der Erkrankung: Der Darmkrebs gehört in der Schweiz, ebenso wie in der gesamten westlichen Welt, zu den häufigsten bösartigen Tumoren. In der Krebs-Todesfall-Statistik steht der Darmkrebs an zweiter Stelle (nach dem Lungenkrebs beim Mann und dem Brustkrebs bei der Frau). Im Jahr 2001 gab es in der Schweiz über 3.600 Menschen, die neu erkrankten, mehr als 26.000 litten bereits an Darmkrebs und mehr als 1.700 verstarben daran.

Alter der Erkrankten: Nur 5% der Patienten sind jünger als 40 Jahre. Ab diesem Alter tritt der Darmkrebs dann jedoch verstärkt auf und hat seinen Häufigkeitsgipfel im 65. Lebensjahr. 70% der Darmkrebserkrankungen werden zwischen dem 50. und 80. Lebensjahr festgestellt. Vorsorgeuntersuchungen ab dem 45. Lebensjahr für die gesamte Bevölkerung sind daher sinnvoll und wichtig. Erfreulicherweise hat die Sterblichkeit an Darmkrebs in den letzten 40 Jahren abgenommen. Auch die Neuerkrankungsraten weisen keinen weiteren Anstieg mehr auf. Dies ist auf die Verbesserungen in der Behandlung, vor allem aber auf die Massnahmen zur Früherkennung zurückzuführen.

Vererbliche Formen von Darmkrebs: Darmkrebs tritt in etwa 10% familiär gehäuft auf. Mit wachsendem Verständnis über die genetischen Grundlagen der Krebserkrankung hat man Gene ausfindig gemacht, die in ihrer veränderten Form von Generation zu Generation vererbt werden und Darmkrebs-auslösend sind.

Man kennt heute zwei Formen von vererbtem Darmkrebs. Zum einen die "familiäre adenomatöse Polyposis", kurz FAP, zum anderen das "hereditäre nicht-polypöse kolorektales Karzinom" (HNPCC), das nach seinem wichtigsten Beschreiber auch Lynch-Syndrom genannt wird.

  • FAP (= Familiäre Adenomatöse Polyposis): Bei der FAP entstehen bereits bei jungen Menschen hunderte bis tausende Polypen im Dickdarm. Da aufgrund der Vielzahl nicht mehr jedes einzelne Adenom entfernt werden kann, entschliesst man sich heute bereits bei jungen Patienten, den gesamten Dickdarm und einen Teil des Enddarmes zu entfernen.
  • HNPCC (= Hereditäres Nicht-Polypöses Colorectales Carcinom) Lynch-Syndrom: Anders ist es bei der HNPCC, dem sogenannten Lynch-Syndrom. Im Gegensatz zur FAP entstehen hier nur einzelne Adenome, oftmals im aufsteigenden Dickdarmabschnitt. Diese wandeln sich sehr häufig bereits in jungen Jahren in Dickdarmkrebs um. Deshalb ist es wichtig, dass Patienten, die den Gendefekt in sich tragen, regelmässig (alle 1-2 Jahre) eine Dickdarmspiegelung vornehmen lassen. Wenn alle der folgenden Kriterien (sog. Amsterdam Kriterien) in einem Familienstammbaum erfüllt sind, ist das Vorliegen eines Lynch-Syndroms sehr wahrscheinlich: Mindestens drei Familienangehörige haben oder hatten Darmkrebs (mindestens zwei davon sind erstgradig verwandt). Mindestens zwei Generationen sind oder waren davon betroffen. Mindestens einer der Erkrankten ist oder war bei Erkrankungsbeginn jünger als 50 Jahre. Eine FAP ist ausgeschlossen.

Für beide Darmerkrankungen existieren mittlerweile genetische Tests, die feststellen können, welche Familienmitglieder die genetische Veränderung aufweisen. Genetische Beratungsstellen der Universitäten können hier genaue Informationen geben.

Risiken für eine Erkrankung

Beim Darmkrebs lässt sich meist keine einzelne Ursache benennen, die eindeutig für die Entstehung dieser Erkrankung verantwortlich ist. Eine Krebserkrankung entsteht generell durch Veränderungen in den Körperzellen: durch Fehler oder Veränderungen in der Erbsubstanz, den Genen. Und auch beim Darmkrebs, der als der genetisch am besten untersuchte Tumor gilt, hat man herausgefunden, dass sich während der Umwandlung vom Adenom zum Karzinom immer mehr genetische Veränderungen in den Zellen anhäufen. Meist tragen mehrere Faktoren zu diesem Umwandlungsprozess von der gesunden Zelle zur Krebszelle bei. Einige bekannte Risikofaktoren für eine Darmkrebserkrankung lassen sich auflisten:

  • fettige und ballaststoffarme Ernährung
  • Übermässiger Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • Starkes Übergewicht
  • Vorhandensein von Adenomen im Darm
  • Chronische Entzündungen der Darmschleimhaut
  • Frühere Krebserkrankung der Brust, der Eierstöcke oder der Gebärmutter
  • Darmkrebspatienten in der engeren Verwandtschaft

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Letztes Update 12. August 2010