Borreliose-Skandal


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Abgeschickt von Uli am 23 Oktober, 2008 um 00:03:31:

Es passiert endlich was, dank der 'bösen' Journalisten:
http://www.borrelioseforum.de/cms/html/index.php

http://www.wdr.de/tv/servicezeit/ges...borreliose.jsp

Skandal um chronische Borreliose
Montag, 13. Oktober 2008, 18.20 - 18.50 Uhr .
Überprüfung der Leitlinien notwendig

„Eine chronische Borreliose gibt es nicht“ – davon gehen die bislang gültigen Leitlinien der IDSA (Amerikanische Gesellschaft für Infektionskrankheiten) aus. Doch nun werden diese Leitlinien in Zweifel gezogen. Eine Untersuchung des Justizministeriums von Connecticut deckte ein fehlerhaftes Vorgehen bei der Erstellung der IDSA-Leitlinien zur Lyme-Borreliose auf. Am 1. Mai 2008 verordnete der Generalstaatsanwalt von Connecticut, Richard Blumenthal, eine Überprüfung der IDSA-Leitlinien. Seine Begründung: „Mein Ministerium stellte geheim gehaltene Kapitalinteressen mehrerer der einflussreichsten Mitglieder der Leitlinienkommission der IDSA fest. Was die chronische Lyme-Borreliose betrifft, ignorierte oder bagatellisierte die IDSA-Leitlinienkommission in unsachgemäßer Weise Überlegungen und Erkenntnisse abweichender medizinischer Meinungen und Nachweise.“
Auswirkungen der IDSA-Leitlinien auf Deutschland
Einflussreiche Leitlinien

Die bisherigen IDSA-Leitlinien haben einen umfassenden und wesentlichen Einfluss auf die medizinische Behandlung der Lyme-Borreliose weltweit, auch in Deutschland. Sie werden von Versicherungsgesellschaften herangezogen, um die Deckung von Langzeitbehandlungen einzuschränken, und beeinflussen überdies die Entscheidungen der Ärzte über Art und Umfang der Behandlung. Oftmals schlossen und schließen sich auch die Ärzte in Deutschland den Leitlinien der IDSA an: Sie erkennen eine chronische Borreliose nicht an und schicken die Betroffenen als gesund nach Hause oder überweisen sie an Neurologen beispielsweise mit dem Verdacht auf eine Depression.
Der Fall Dietmar M.

Auch Dietmar M. wurde scheinbar ein Opfer der fehlerhaften IDSA-Leitlinien. Der Familienvater arbeitet als Förster in Landkern an der Mosel. Immer wieder wurde er auf seinen beruflichen Kontrollgängen im Wald von Zecken befallen. Doch die typische Wanderröte an der Einstichstelle blieb aus. 1998 erkrankte er dann plötzlich. Seine Symptome: Muskelschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten und erhöhte Müdigkeit.
Ärzte ignorierten eine mögliche chronische Borreliose

Der Förster suchte diverse Ärzte auf. Doch die typischen Begleiterscheinungen einer Borreliose im fortgeschrittenen Stadium wurden von den Ärzten völlig ignoriert. Nicht weiter verwunderlich, denn in Deutschland halten sich viele Ärzte bei der Behandlung von Borreliose an die Leitlinien der IDSA.

Die Behauptung der IDSA, eine chronische Borreliose gebe es nicht, bekam auch Dietmar M. immer wieder zu hören, trotz zunehmender Beschwerden. Schon damals war er abends nicht mehr fähig, eine Tasse mit nur einer Hand zu tragen. Dietmar M. wurde schließlich dienstunfähig geschrieben.

Ein Jahr später jedoch sollte ein Gutachten darüber entscheiden, ob seine Dienstunfähigkeit tatsächlich mit der Borreliose zusammenhängt. Der Gutachter berief sich in seiner Beurteilung explizit auf die Leitlinien der IDSA und kam zu dem Schluss: Eine chronische Borreliose gibt es nicht, Dietmar M. sei körperlich völlig gesund.
Bonner Arzt konnte Borrelien im Spätstadium nachweisen
Borrelien können auch im Spätstadium noch entdeckt werden

Ein Jahr später, 2006, suchte der Förster den Bonner Neurologen und Borreliose-Experten Dietrich Rosin auf. Der Arzt veranlasste einen speziellen LTT-Test. Das Ergebnis: Die Borellien-Erreger waren aktiv und befanden sich bereits im Spätstadium. Für Dr. Dietrich Rosin ist der Vorfall um die IDSA-Leitlinien ein Skandal: „Dietmar M. ist alles andere als ein Einzelfall. Es gibt Hunderte von Fällen, die ähnlich gelagert sind. Hunderte von Fällen, in denen die Spätborreliose nicht adäquat behandelt worden ist. Wir müssen wirklich überlegen, wo das noch hinführen soll bei mindestens 200.000 Neuerkrankungen an Borreliose pro Jahr in Deutschland. Das heißt, wenn wir das Frühstadium nicht erkennen, dann kann es hier pro Jahr 200.000 chronische Borreliose-Fälle geben.“
Hoffnungsschimmer für Dietmar M.

Wann die offizielle Überprüfung der IDSA-Leitlinien beendet sein wird und welche Folgen das Ergebnis auf die Bewertung der chronischen Lyme-Borreliose weltweit haben könnte, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Für Dietmar M. bleibt jetzt nur die Hoffnung, dass in absehbarer Zukunft die Borreliose als chronische Krankheit anerkannt wird.
Autor: Jörg E. Mayer



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